Der Bedarf ist praxisbezogen.
Leistungsspektrum, Patientenkollektiv, räumliche Bedingungen und Kompetenzen bestimmen, welche Ausstattung angemessen ist.
Inhalt des Notfallkoffers über die DIN-Norm hinaus, ausgerichtet auf das Risikoprofil der Praxis.
Eine angemessene Notfallausstattung richtet sich nach Fachgebiet, Patientenkollektiv, angebotenen Leistungen und den Kompetenzen des Teams. Dieser Leitfaden zeigt deshalb keine universelle Medikamentenliste, sondern Prüffelder für Auswahl, Kontrolle und Training.
Fachinformation für Ärztinnen, Ärzte und Praxisteams · Stand: 15. Juli 2026
Leistungsspektrum, Patientenkollektiv, räumliche Bedingungen und Kompetenzen bestimmen, welche Ausstattung angemessen ist.
Ein gefüllter Koffer hilft nur, wenn das Team weiß, wo alles liegt und wie es angewendet wird.
Abgelaufene Medikamente, nicht einsatzbereite AED-Komponenten oder fehlende Module können die Versorgung verzögern.
Die DIN-Normen regeln den betrieblichen Verbandkasten – also die Erste-Hilfe-Grundausstattung. Für die ärztliche Notfallversorgung in der Praxis ist das nur der Ausgangspunkt.
Kleiner betrieblicher Verbandkasten – Mindeststandard für Erste-Hilfe-Material in kleineren Einheiten.
Großer betrieblicher Verbandkasten – entspricht dem doppelten Umfang von DIN 13157, sinnvoll für größere Praxen.
Verbandkästen decken Erste Hilfe ab – ärztliche Notfallversorgung braucht zusätzlich Medikamente, Atemwegs- und Kreislaufmaterial sowie AED.
Beatmungsbeutel mit passenden Masken, Atemwegshilfen, eine Absaugmöglichkeit und Sauerstoff bilden die Grundlage des Atemwegsmoduls. Welche Komponenten im Einzelnen vorgehalten werden, richtet sich nach dem Risikoprofil der Praxis.
Nur Ausstattung vorhalten, deren Anwendung, Kontrolle und Zuständigkeit geregelt sind.
Venenverweilkanülen, Infusionszubehör und geeignete Lösungen gehören in dieses Modul, sofern Leistungsspektrum und Qualifikation dies vorsehen. Das Material ist nur einsatzfähig, wenn Indikation, Anwendung und Zuständigkeiten im Team trainiert sind.
Ausstattung und Handlungskompetenz müssen zusammenpassen.
Die Medikamentenauswahl legt die zuständige Ärztin oder der zuständige Arzt fest und richtet sie an wahrscheinlichen Notfallbildern, Fachgebiet und Patientenkollektiv aus. Indikation, Dosierung, Kontraindikationen, Lagerung und Verfallsdaten gehören in eine schriftlich gepflegte Notfallregelung.
Eine Medikamentenliste ist eine individuelle ärztliche Festlegung – keine universelle Einkaufsliste.
Blutdruckmessgerät, Stethoskop, Pulsoxymeter, Blutzuckermessgerät und – abhängig vom Fachgebiet – ein EKG liefern die Messwerte, mit denen sich der Zustand des Patienten einschätzen und der Verlauf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überwachen lässt.
Ohne Messwerte bleibt jede Einschätzung im Notfall Vermutung.
Ein automatisierter externer Defibrillator (AED, ein Gerät zur Erkennung und Behandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen) ermöglicht bei defibrillierbaren Rhythmen eine frühe Defibrillation. Standort, Einsatzbereitschaft und Einbindung in den Teamablauf müssen dafür geregelt sein.
Ein AED rettet nur Zeit, wenn das Team ihn sicher und schnell einsetzt.
Einmalhandschuhe, Beatmungsfolie oder Taschenmaske, Verbandmaterial, Schere, Dokumentationsmaterial und Desinfektionsmittel vervollständigen den Koffer. Diese Kleinteile fehlen im Stress erfahrungsgemäß am ehesten.
Schutz und Verbrauchsmaterial gehören in jedes Notfallmodul.
Diese Checkliste ist eine praxisnahe Orientierung. Der konkrete Umfang richtet sich nach Praxistyp, Eingriffen und Patientenklientel – und nach den Empfehlungen Ihrer Ärztekammer und Fachgesellschaften.
Medikamente und Infusionslösungen regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig austauschen – idealerweise mit fester Routine.
Akkulaufzeit und Elektroden-Haltbarkeit dokumentieren; Selbsttest-Anzeige in den Praxisalltag integrieren.
Nach jeder Nutzung und in festen Intervallen prüfen, ob alle Module vollständig und einsatzbereit sind.
Eine vollständige Notfallausstattung ist nur wirksam, wenn das Team Inhalt, Lagerort und Anwendung kennt und regelmäßig übt. Weiterführend: Notfalltraining für Arztpraxen.
Nennt Notfallmanagement als Anwendungsbereich; die konkrete Umsetzung bleibt einrichtungsbezogen.
Empfiehlt eine dem Leistungsspektrum angemessene, vollständige und funktionsfähige Ausstattung, einen Notfallplan und möglichst jährliche Übungen.
Praxisorientierte Hinweise zu Zuständigkeiten, Checklisten, Vollständigkeit und regelmäßiger Schulung.
Fachliche Grundlage für Reanimationsabläufe; keine universelle deutsche Packliste für jede Praxisform.
Dieser Beitrag dient der fachlichen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder berufsrechtliche Beratung.