Pflicht ist nur das Minimum.
Normen wie DIN 13157/13169 definieren eine Grundausstattung – ein echter Praxisnotfall braucht mehr.
Was wirklich in den Notfallkoffer gehört – jenseits der reinen Norm, ausgerichtet auf echte Praxisnotfälle.
Verbandkästen nach DIN 13157 und DIN 13169 decken die Erste-Hilfe-Grundausstattung ab. Eine Arzt- oder Zahnarztpraxis muss im Notfall jedoch mehr leisten: Atemwegssicherung, Kreislauf, Notfallmedikamente und Defibrillation. Dieser Leitfaden zeigt den vollständigen Inhalt – und worauf es bei Auswahl und Wartung ankommt.
Normen wie DIN 13157/13169 definieren eine Grundausstattung – ein echter Praxisnotfall braucht mehr.
Ein gefüllter Koffer hilft nur, wenn das Team weiß, wo alles liegt und wie es angewendet wird.
Abgelaufene Medikamente, leere AED-Akkus oder fehlende Module kosten im Ernstfall Sekunden.
Die DIN-Normen regeln den betrieblichen Verbandkasten – also die Erste-Hilfe-Grundausstattung. Für die ärztliche Notfallversorgung in der Praxis ist das nur der Ausgangspunkt.
Kleiner betrieblicher Verbandkasten – Mindeststandard für Erste-Hilfe-Material in kleineren Einheiten.
Großer betrieblicher Verbandkasten – entspricht dem doppelten Umfang von DIN 13157, sinnvoll für größere Praxen.
Verbandkästen decken Erste Hilfe ab – ärztliche Notfallversorgung braucht zusätzlich Medikamente, Atemwegs- und Kreislaufmaterial sowie AED.
Beatmungsbeutel mit Reservoir und Masken in mehreren Größen, Guedel- bzw. Wendl-Tuben, ggf. Larynxmaske/Larynxtubus, Absaugmöglichkeit und Sauerstoff. Ohne sichere Atemwege und Beatmung läuft keine Reanimation und keine Versorgung bei Atemnot.
Sauerstoff, Beatmungsbeutel und Masken müssen immer griffbereit sein.
Venenverweilkanülen in verschiedenen Größen, Infusionsbestecke, kristalloide Infusionslösung (z. B. Vollelektrolytlösung), Stauschlauch, Pflaster und Tupfer. Bei Kreislaufproblemen, Anaphylaxie oder Volumenmangel ist ein schneller Zugang entscheidend.
Ein funktionierender i.v.-Zugang ist die Basis vieler Notfallmaßnahmen.
Adrenalin (Anaphylaxie, Reanimation), Antihistaminikum und Kortikosteroid (allergische Reaktion), Salbutamol-Spray (Bronchospasmus/Asthma), Glukose (Hypoglykämie), Nitrat (Angina pectoris) und Acetylsalicylsäure (akutes Koronarsyndrom). Auswahl und Dosierung gehören in eine schriftliche, regelmäßig geprüfte Notfallliste.
Adrenalin ist das wichtigste Notfallmedikament – es muss sofort auffindbar sein.
Blutdruckmessgerät, Stethoskop, Pulsoxymeter, Blutzuckermessgerät und – wo sinnvoll – ein EKG. So lässt sich der Zustand des Patienten objektiv einschätzen und der Verlauf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überwachen.
Ohne Messwerte bleibt jede Einschätzung im Notfall Vermutung.
Ein automatisierter externer Defibrillator (AED) ist bei defibrillierbaren Rhythmen lebensentscheidend. Er muss bekannt, schnell erreichbar, einsatzbereit (Akku, Elektroden) und fest in den Teamablauf eingebunden sein.
Ein AED rettet nur Zeit, wenn das Team ihn sicher und schnell einsetzt.
Einmalhandschuhe, Beatmungsfolie/Taschenmaske, Verbandmaterial, Schere, Dokumentationsmaterial und Desinfektion. Kleinteile, die im Stress oft fehlen – und genau dann gebraucht werden.
Schutz und Verbrauchsmaterial gehören in jedes Notfallmodul.
Diese Checkliste ist eine praxisnahe Orientierung. Der konkrete Umfang richtet sich nach Praxistyp, Eingriffen und Patientenklientel – und nach den Empfehlungen Ihrer Ärztekammer und Fachgesellschaften.
Medikamente und Infusionslösungen regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig austauschen – idealerweise mit fester Routine.
Akkulaufzeit und Elektroden-Haltbarkeit dokumentieren; Selbsttest-Anzeige in den Praxisalltag integrieren.
Nach jeder Nutzung und in festen Intervallen prüfen, ob alle Module vollständig und einsatzbereit sind.
Ein vollständiger Notfallkoffer entfaltet seinen Wert erst, wenn das Team Inhalt, Lagerort und Anwendung sicher beherrscht. HARVION trainiert Praxisteams direkt vor Ort – mit realistischen Szenarien, klarer Rollenverteilung und dem eigenen Equipment der Praxis.
HARVION trainiert Arzt- und Zahnarztpraxen direkt vor Ort: Inhalt kennen, Abläufe sichern, im Notfall strukturiert handeln.